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Schafe und Ziegen

Private Webseite zum Thema Schafe aus dem Jahr: Stand 2005-2009.

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Als Vorfahren unserer Hausschafe gelten die Wildschafe. Zu den heutigen Vertretern

werden das Armenische Wildschaf (Kaukasus, Iran, Irak), das Mufflon (Korsika,

Sardinien) und das Zypernwildschaf (Zypern) gezählt. Die Nutzung des

Schafes als eines der ältesten Haustiere soll erstmals in Kleinasien

erwähnt worden sein. Die Zucht des Hausschafes wurde durch

seine vielseitige Nutzbarkeit begründet. So konnte es

Fleisch, Wolle, Milch, Schafskäse und Talg liefern.

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Bild vom Schaf

Arten: Bild vom Schaf; Foto Datum: Januar 2008

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Schafe gehören zur Ordnung der Paarhufer, d.h. sie besitzen eine gerade Anzahl

von Zehen an ihrem Fuß, und die Mittelachse ihres Beines befindet sich

zwischen der dritten und vierten Zehe. Diese wiederum sind

am stärksten ausgeprägt. Die erste Zehe fehlt und die

zweite und fünfte Zehe ist stark zurückgebildet.

Sie berühren den Boden nicht mehr und

werden auch "Afterzehen" genannt.

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Da Schafe einen mehrteiligen Magen besitzen, zählt man sie zur Unterordnung

der Wiederkäuer. Neben Büffel, Bisons, Antilopen, Gazellen, Rindern

und Ziegen gehören Schafe zur Familie der Hornträger. Wie der

Name schon sagt, kennzeichnet diese Familie

die Hornbildung am Kopf.

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Schaf bis Fähre

Rassen Schaf; Bild: 2009

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Das männliche Schaf nennt man Bock oder Widder. Das weibliche Schaf,

welches bereits Junge zur Welt gebracht hat, heißt Mutterschaf oder

Aue und das noch nicht einjährige Jungtier nennt man Lamm.

Ein kastriertes Männchen wird als Hammel bezeichnet.

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Die Lebenserwartung der Schafe kann zwischen 10 bis 12 Jahren liegen, wobei diese

stark von der Abnutzung der Zähne abhängig ist. In einigen Quellen wird sogar von

einer 20-jährigen Lebenserwartung gesprochen. Allerdings soll ein Mutterschaf

durchschnittlich nur 5 bis 6 Jahre alt werden. Schafe sind eng mit den

Ziegen verwandt, können aber nicht miteinander gekreuzt werden.

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Bild: Ziegen warten auf Futter

Ziegen Rassen, Datum Foto: Januar 2008

"Ziegen sind enge Verwandte von Schafen"

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Dem Lamm wird in der Religion eine besondere Rolle zugeschrieben. Es gilt als

"Alt-Testamentliches Opfertier", dessen Bedeutung im jüdischen Passah

begründet sei. Zu diesem Fest sollte jede Familie ein Lamm opfern,

braten und verspeisen. Auch zum christlichen Osterfest

werden zahlreiche Lämmer "geopfert" und in

zahlreichen Variationen serviert.

(Jesus == Lamm Gottes)

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Bild vom Lamm

Zucht: Bild von neugeborenem Lamm (l), Mutterschaf mit Lamm (r), Fotos Datum: Februar 2008

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Töne von einem Lamm: Ton vom Lamm

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Unter dem Gesichtspunkt der Wirtschaftlichkeit haben sich heute einige Rassen

durchgesetzt und andere sind wiederum vom Aussterben bedroht. Diese

werden in der "Roten Liste" für bedrohte Tierarten geführt. Weltweit geht

man von ca. einer Milliarde Schafe aus (Stand 1999), wovon der

größte Teil mit ca. 378 Mio. Tiere in Asien und

ca. 240 Mio. Tiere in Afrika lebt.

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Australien und Neuseeland bilden zusammen den drittgrößten Bestand

mit 166 Mio. Tieren. Der Schafbestand in der EU liegt bei 114 Mio.

(Deutschland bei ca. 2 Mio.) und Südamerika bei ca. 81 Mio.

Der Restbestand teilt sich weltweit auf.

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Vom Aussterben bedrohte Schaf-Rassen Deutschlands, herausgegeben von der

Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH) Stand Januar 2005:

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- Skudde

- Steinschaf

- Waldschaf

- Brillenschaf

- Leineschaf (alte Zucht-Richtung)

- Weiße gehörnte Heidschnucke

- Braunes Bergschaf

- Weißes Bergschaf

- Bentheimer Landschaf

- Rauhwolliges Pommersches Landschaf

- Weiße hornlose Heidschnucke (Moorschnucke)

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Das Bentheimer Landschaf ist zur "Rasse des Jahres 2005" aus der

"Roten Liste" der bedrohten Tierarten gewählt worden.

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Weiterlesen zum Thema "Schafe und Ziegen" ...

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Nahrung bis Futter

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Die Haut des Schafes ist mit dicken Haaren umgeben, die man als Schafwolle

bezeichnet. Die Fasern sind natürlich, elastisch, knitterarm und beständig.

Sie können bis zu einem Drittel ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit

aufnehmen und wieder abgeben sowie Wärme sehr gut halten.

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Während früher hauptsächlich Schafwolle zur Herstellung von Bekleidung

genutzt wurde, sind es heute pflanzliche Rohstoffe wie, z. B. Baumwolle

und Leinen oder Chemiefasern wie Polyamid und Polyester...

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Ein bis zwei Mal kann ein Schaf pro Jahr geschoren werden. Die Qualität

dieser Schurwolle, so nennt man Wolle von lebend geschorenen Tieren,

teilt sich in ca. zwei Drittel Wollvlies und einem Drittel Abfallwolle auf.

Wird ein Lamm im Alter von maximal einem halben Jahr zum

ersten Mal geschoren, bezeichnet man diese reine und

besonders weiche Wolle als Lambswool. Aufgrund

der schuppigen Oberfläche der Schafwolle

kann es bei verschiedenen Wollarten

zu einem unangenehmen Kratzen

auf der Haut kommen.

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Die Qualität der Schurwolle wird wie folgt unterschieden: Merinowolle, Crossbredwolle,

Langwolle, Kurzwolle und Grobwolle. Merinowolle gilt als die hochwertigste Wolle,

da sie aufgrund ihrer Kräuselung am feinsten ist.

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Rund 40 Prozent der gesamten Weltproduktion an Schafwolle sollen vom

australischen Merinoschaf stammen. Neben den Wollschafen liefern die

Lämmer der Karakulschafe die beliebten Persianerfelle. Um das

gelockte Fell zu erhalten, müssen diese Jungtiere bereits

in der ersten Lebenswoche geschlachtet werden.

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Foto: Schafe bei Aufnahme von Nahrung

Züchten: Schafe Rassen; Foto Datum: Januar 2008

"Zwei Mutter-Schafe warten auf Ihr Lamm"

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Seit ca. 7000 Jahren sollen die Menschen nachweislich "Wollhaare"

für Bekleidungszecke nutzen. Diese Eiweiß- oder Proteinfasern

bestehen aus mindestens 19 Aminosäuren, die mit einem

hauchdünnen Häutchen, der "Epicuticula" umgeben sind.

Diese ist verantwortlich für die gute Wasserabweisung.

Das durch die Kräuselung der Fasern entstandene

Luftpolster, bedingt durch den zellinternen Aufbau

der Eiweißmolekühle, gewährleistet die Kälte-

bzw. Wärmeisolation. Das Wollfett, auch

Lanolin genannt, ist selbstreinigend

und antibakteriell.

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Nach dem mühsamen Scheren der Schafe wird die Schurwolle sortiert, mehrfach

gewaschen, gekämmt, gefärbt oder gebleicht und versponnen. Aus diesen

Fäden können dann per Hand oder maschinell Stoffe gewebt oder

Strickwaren und Teppiche hergestellt werden.

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Die Herstellung von Filz oder Vlies ist ebenfalls möglich. Das Handfilzen

wird als eine der ältesten textilen Techniken bezeichnet. Dabei wurden

die tierischen Haare (z. B. Schafwolle) durch Schlagen bzw. Reiben

in warmer Flüssigkeit verfilzt. Einer der weltweit größten

Wollelieferanten ist Neuseeland. Die ca. 45 Millionen

Schafe produzieren jährlich rund 180 000 t Wolle

und sind damit eins der wichtigsten Standbeine

der neuseeländischen Landwirtschaft.

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Töne einer Schafherde: Herde Schafe

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Nutzung und Zucht der Schafe in Deutschland

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Schafe Rassen

Rassen Schafe: Bilder: Helgoland 2009 (l) und Erzgebirge 2008 (r)

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Aufgrund der Verdrängung der Schafwolle durch die Pflanzen- und Kunstfasern

und der Massentierhaltung in Neuseeland und Australien, hat ein Preisverfall

für Schafwolle stattgefunden. Der Preis für 1 kg Schafwolle ist seit 1950

um 60 bis 75 Prozent drastisch zurückgegangen, so daß kaum noch

die Kosten des Scherens davon bezahlt werden können.

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Dadurch liegt in Deutschland die Nutzung der Schafe nun hauptsächlich im Bereich

der Lämmermast oder in der ökologischen Landschaftspflege. Es gibt Wander-

schäfereien, Standweiden und Umtriebsweiden, die dem Zweck dienen,

schwer zugängliche, verbuschte, trittempfindliche oder geschützte

Gebiete "abzumähen", um eine Verwilderung bzw. Versteppung

zu vermeiden. Das Freßverhalten der Schafe ist diesbezüglich

besonders geeignet, da sie ihr Futter mit den beweglichen

Lippen aussuchen, festhalten und mit einem sehr kräftigen

Ruck abreißen. Damit selektieren sie die Pflanzen

besonders fein mit einem tiefen Abbiß.

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Schafsmilch

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Die Milch des Schafes gilt als sehr gehaltvoll, sahnig und ohne Beigeschmack.

Aus ihr können Joghurt, Käse, Kefir, Quark und Butter hergestellt werden.

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Ziegen Kefir machenArten Nahrung

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Einige tierische Milcharten im Vergleich

Alle Angaben ohne Gewähr!

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Milchart

Wasser %

Milchzucker %

Fett %

Eiweiß %

Schafs-milch

80,7

4, 8

7,4

5,5

Esels-milch

91,5

6,1

0,6

1,4

Kuh-milch

87,3

4,8

3,7

3,4

Ziegen-milch

86,8

4,1

4,5

2,9

Rentier-milch

66,9

2,8

16,9

11,5

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Einen neuen Aspekt findet die Schafwolle im Baubereich. Seit den 90er Jahren wird

in Deutschland Schafwolle zu Vlies- und Filzbahnen verarbeitet und als Dämmung,

Trittschall-Dämmplatte oder Stopfwolle angeboten. Damit bietet sie eine Alternative

zu herkömmlichen Dämmstoffen. Des Weiteren soll Schafwolle, aufgrund seines

aus 95 Prozent bestehenden Proteinaufbaus, mit Formaldehyd reagieren und

dieses fest binden. Dadurch wird sie auch zur Geruchsneutralisation und

Sanierung formaldehydbelasteter Gebäude eingesetzt.

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Das Naturprodukt Schafwolle ist ein natürlicher und nachwachsender Rohstoff,

der nach seiner Nutzung kompostiert oder wiederverwendet werden kann.

Für den Fall, daß Zusätze gegen Insektenbefall oder Brandschutz

zugesetzt wurden, muß diese allerdings entsprechend entsorgt

werden. Der größte Nachteil liegt wie bei vielen natur-

belassenen Produkten in der Preisintensität.

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Aufgrund der hohen Preise werden diese Dämmstoffe leider wenig angenommen

und die Anzahl der Hersteller am Markt hat sehr abgenommen. Neuerdings

wird eine neue, preisgünstigere Methode getestet. Dabei handelt es sich

um die Wolle als Einzelfaser bzw. in Kombination mit Hanf,

die vom Fachbetrieb eingeblasen wird.

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